Was passiert an Ehrenfelder Schulen während der Schulzeit?

12. Mai 2026

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Was passiert an Ehrenfelder Schulen während der Schulzeit?

12. Mai 2026

Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld haben Schulen am Montag, den 23. März 2026, einen Sternmarsch zum Neptunplatz organisiert. Dieser stand unter dem Motto „Ehrenfelder Schulen für Vielfalt“. Hintergrund hierfür war der internationale Tag gegen Rassismus am 21. März 2026. Auf dem Neptunplatz hat es dann wohl ab 10.30 Uhr eine Kundgebung gegeben. Das alles fand während der regulären Schulzeit statt.

Insgesamt sollen Schüler aus 28 verschiedenen Schulen teilgenommen haben. An der Demo sollen ca. 800 Schüler beteiligt gewesen sein. Daneben sollen auch Lehrer an der Organisation der Versammlung mitgewirkt haben.

Aktuell wissen wir von den folgenden Schulen, die an der Versammlung teilgenommen haben:

  • Heliosschule
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Eichendorff-Realschule
  • Gemeinschaftsgrundschule Erlenweg
  • Bertha-von-Suttner-Realschule

Von der Eichendorff-Realschule liegt uns ein Teilnahmeformular vor. Daraus ergibt sich, dass eine Schulsozialarbeiterin und eine männliche Person die Versammlung begleitet haben. Das Teilnahmeformular richtet sich an die Eltern. Diese konnten sich über eine offizielle E-Mail-Adresse an die Schulsozialarbeiterin wenden, wenn sie Fragen gehabt hätten. Die Schüler sollten die Schule am 23. März 2026 um 09.15 Uhr verlassen, um zum Neptunplatz zu gehen. Entsprechende Plakate sollen vom WP-Kunst erstellt worden sein.

Es erscheint in unseren Augen höchst zweifelhaft, wenn Schüler während der verpflichtenden Unterrichtszeit an Demonstrationen teilnehmen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Schüler, die nicht teilnehmen wollen oder deren Eltern dies nicht wünschen, unnötig unter Druck gesetzt werden. Des Weiteren erscheint es zweifelhaft, dass während der Schulzeit Demomaterial produziert wird und die offizielle staatliche Infrastruktur zur Organisation einer Demonstration benutzt wird.

Auf dem Neptunplatz war eine professionelle Demobühne mit Soundanlage aufgebaut. Es kam u. a. zu Redebeiträgen, musikalischen Darbietungen und Tanzeinlagen.

Wir fragen daher die Landesregierung:

  1. Wie viele Schulen, Lehrer, Schulpersonal und Schüler haben an der Versammlung teilgenommen? (Wir bitte um eine Aufschlüsselung nach den teilnehmenden Schulen.)
  2. Auf welcher Rechtsgrundlage wurden Schüler, Lehrer und anderes Schulpersonal für diese Versammlung freigestellt, z. B. Sondergenehmigung der Bezirksregierung? 
  3. Wie wurde der reguläre Unterricht an den Schulen sichergestellt, so dass anderen Schüler weiter lernen konnten, wenn sie z.B. nicht teilnehmen wollten? (Wir bitte um eine Darstellung der ausgefallenen Unterrichtsstunden, der Vertretungsregelungen und sonstigen Maßnahmen.)
  4. In welchem Umfang wurde der Sternenmarsch und die Kundgebung während der Schul- und Unterrichtszeit vorbereitet? (Diese Frage umfasst auch die Ganztagsbetreuung nach der eigentlichen Schulzeit.)
  5. Wer hat die Demo-Ausrüstung, z. B. die Bühne, finanziert? (Diese Frage bezieht sich natürlich in erster Linie auf die Schulen, aber auch auf mögliche Dritte, die das mitfinanziert haben.)

Sven W. Tritschler
Dr. Christian Blex


Kleine Anfrage 8050 (Drucksache 18/19284)

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