Der sonderpädagogische Förderbedarf im Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ (KME) umfasst Schüler mit erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen oder motorischen Einschränkungen, die eine spezifische sonderpädagogische Förderung sowie häufig zusätzliche therapeutische, pflegerische oder technische Unterstützungsleistungen benötigen. Die Beschulung erfolgt in Nordrhein-Westfalen sowohl an Förderschulen mit diesem Schwerpunkt als auch im Rahmen der inklusiven Beschulung an allgemeinen Schulen.
Die Förderung dieser Schüler ist regelmäßig mit einem hohen personellen, organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden. Neben sonderpädagogischen Lehrern sind häufig Integrationskräfte, therapeutische Fachkräfte sowie eine entsprechend ausgestattete barrierefreie Infrastruktur erforderlich. Vor diesem Hintergrund kommt der Entwicklung der Förderzahlen sowie der personellen Ausstattung in diesem Bereich eine erhebliche bildungspolitische Bedeutung zu.
Zugleich hat Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren eine erhebliche Zuwanderung erlebt. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch im Bereich der sonderpädagogischen Förderung die Frage nach der Zusammensetzung der betroffenen Schülerschaft sowie nach möglichen migrationsbezogenen Entwicklungen innerhalb einzelner Förderschwerpunkte. Insbesondere wird in der bildungspolitischen Diskussion immer wieder darauf hingewiesen, dass Sprachbarrieren, unterschiedliche medizinische Versorgungssysteme in Herkunftsländern oder migrationsbedingte Lebenslagen Einfluss auf Diagnostik, Förderzuweisungen und Unterstützungsbedarfe haben können.
Für eine sachgerechte Bewertung der Entwicklung sowie eine vorausschauende Planung von Förderstrukturen, Personalressourcen und schulischer Infrastruktur ist daher eine differenzierte Datenlage erforderlich.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:
- Wie hat sich die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ in Nordrhein-Westfalen in den Schuljahren 2015/16 bis 2024/25 entwickelt? (Bitte nach Schuljahr, Schulstufe, Schulform und den fünf Regierungsbezirken aufschlüsseln sowie die jeweilige Förderquote (Anteil an der Gesamtschülerschaft) angeben.)
- Wie verteilen sich Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ auf Förderschulen und inklusive Beschulung an allgemeinen Schulen? (Bitte für die Schuljahre 2015/16 bis 2024/25 nach Schulform, Schulstufe und Regierungsbezirk aufschlüsseln.)
- Wie hoch ist der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund bzw. ohne deutsche Staatsangehörigkeit unter den Betroffenen im Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“? (Bitte für die Schuljahre 2015/16 bis 2024/25 nach Schulstufe und Regierungsbezirk aufschlüsseln sowie getrennt nach EU- und Nicht-EU-Staatsangehörigen angeben.)
- Welche zehn Herkunftsländer sind bei Schülern mit Migrationshintergrund im Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ am häufigsten vertreten? (Bitte die jeweiligen Anteile für die Schuljahre 2015/16 bis 2024/25 angeben und nach Schulstufe und Regierungsbezirk aufschlüsseln.)
- Wie hat sich im selben Zeitraum die personelle Ausstattung im Bereich der sonderpädagogischen Förderung im Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ entwickelt bzw. wie stellt sich das Verhältnis von Schülern mit entsprechendem Förderbedarf zu sonderpädagogischen Lehrern dar? (Bitte für die Schuljahre 2015/16 bis 2024/25 angeben und dabei zwischen Förderschulen und inklusiver Beschulung an allgemeinen Schulen unterscheiden.)
Dr. Christian Blex
