Die Antwort der Landesregierung zeigt, dass der Anteil der Schüler, die bei VERA 8 den Regelstandard (Kompetenzstufe 3) nicht erreichen, in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Gleichzeitig betont die Landesregierung die konzeptionellen Einschränkungen der Vergleichsarbeiten und ihre primäre Funktion als Instrument schulischer Qualitätsentwicklung.
Es bleibt jedoch unklar, wie diese Ergebnisse in Nordrhein-Westfalen transparent veröffentlicht, ausgewertet und für die Bildungspolitik nutzbar gemacht werden. In anderen Bundesländern, etwa Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, werden VERA-Ergebnisse deutlich umfassender und öffentlich zugänglich veröffentlicht. Nur durch transparente Veröffentlichung, systematische Auswertung und konsequente politische Nutzung der Ergebnisse können solche Vergleichsarbeiten ihre Funktion als Steuerungsinstrument für die Bildungspolitik erfüllen. Steigende Anteile von Schülern unter dem Regelstandard machen dies dringlich.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:
- Aus welchen Gründen werden die Ergebnisse der VERA-Vergleichsarbeiten in NRW nicht in einem vergleichbaren Umfang wie in anderen Bundesländern veröffentlicht?
- Welche demografischen Parameter (z. B. Migrationshintergrund, Sprachstand, Herkunftssprache, soziale Zusammensetzung der Schülerschaft) werden erfasst und ausgewertet?
- Welche Erkenntnisse liegen über mögliche Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren und dem steigenden Anteil von Schüler unter dem Regelstandard vor?
- Welche konkreten bildungspolitischen Maßnahmen wurden bislang aufgrund der VERA-Ergebnisse ergriffen?
- Wie stellt die Landesregierung sicher, dass die VERA-Ergebnisse über die schulinterne Nutzung hinaus tatsächlich in landesweite bildungspolitische Entscheidungen einfließen und nicht folgenlos bleiben?
Dr. Christian Blex
