Die Meldungen zu religiös motivierten Übergriffen gegenüber nicht muslimischen Mitschülern in den Medien häufen sich. Radikal-islamische Schüler mobben Mitschüler als „Nichtgläubige“. Schülerinnen berichten, dass sie sich nicht mehr trauten, ihr Pausenbrot in der Schule zu essen, weil sie mit einem herabwürdigenden Tiervergleich beschimpft wurden. Das berichtet jüngst die „Hamburger Morgenpost“. Ein jüdischer Leser erzählt, seine Tochter sei in der Grundschule von einer muslimischen Schülerin und deren Mutter mit einem Ungeziefer-Vergleich beschimpft worden.
Auch in NRW kommt es seit Jahren zu Übergriffen muslimischer Schüler auf nicht muslimische Mitschüler, wie die folgenden Schlagzeilen belegen:
- „Mobbing gegen deutsche Schüler auch im Revier“ (PAZ 25.11.2010): „Auch im Ruhrgebiet gibt es Fälle von „Deutschenfeindlichkeit“ junger Muslime gegen deutsche Schüler. Doch die Schulen scheuen sich, mit dem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen, trotz zahlreicher entmenschlichender und rassistischer Beschimpfungen, die sich deutsche Schülerinnen und Schüler besonders in Problembezirken von muslimischen Mitschülern anhören müssen.“
- „Mobbing wegen falscher Kleidung?“ (Focus 16.06.2023): „Strenggläubige Muslime drangsalieren Mitschüler an Bonner Schule“
- „Scharia-Vorfall an Schule in Neuss: Nicht der erste Fall dieser Art“ (WDR 29.01.2024): „An einer Gesamtschule in Neuss sollen Oberstufenschüler strenge Regeln gefordert haben, die der islamischen Scharia entsprechen. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in NRW, bestätigt das Schulministerium dem WDR. Und noch immer sind viele Fragen offen.“
- „Kopftuch, Fasten, Konvertieren? Was an deutschen Schulen wirklich passiert“ (Focus 24.04.2024): „Themen wie Selbstbestimmung, Kleidungswahl und Religion können zu Abwertung und Mobbing führen. Betroffen seien nicht nur deutsche Schüler ohne Migrationshintergrund, sondern auch alevitische Schüler, liberale Muslime und Juden. Einige dieser Schüler würden sogar Opfer von Gewalt. Andere passten ihr Verhalten an, und manche konvertierten zum Islam, um den Schulalltag leichter zu meistern.“
- „Mobbing an Grundschule in Dortmund“ (Ruhrnachrichten 28.01.2025): „Wir spielen nicht mit dir, weil du Schwein isst.“
- „Getrennter Abi-Ball? Streit an Gymnasium in Essen“ (RTL 13.06.2025): „An einem Essener Gymnasium haben muslimische Schüler vorgeschlagen, den Abi-Ball nach Geschlechtern getrennt zu feiern.“ Die Idee wurde verworfen, steht aber für Probleme, die auch andere Schulen kennen.
Dieser kleine Ausschnitt verdeutlicht die Brisanz des Themas religiös motivierter Übergriffe an Nordrhein-Westfalens Schulen.
Der Anteil von Schülern muslimischen Glaubens an Schulen in NRW betrug im Schuljahr 2024/2025 im Durchschnitt bereits 20,3 Prozent, davon an Hauptschulen 35,9 Prozent, an Realschulen und Gesamtschulen 26,9 bzw. 25,1 Prozent.
Ich frage daher die Landesregierung:
- Wie viele Fälle von religiös motivierten Übergriffen gegenüber nicht muslimischen Schülern wurden seit Beginn der Legislaturperiode registriert/gemeldet? Bitte für jedes Jahr einzeln angeben.
- Welche Herkunftsländer sind am stärksten vertreten? Bitte in absoluten Zahlen und prozentual ausweisen.
- Welche Hilfe erfahren Schüler, die Opfer von religiös motivierten Übergriffen muslimischer Mitschüler geworden sind?
- Welche Maßnahmen plant die Landesregierung, um religiös motivierte Übergriffe gegenüber nicht muslimischen Schülern entgegenzuwirken?
Christian Blex
