Massiver Anstieg von Einbrüchen, Vandalismus und sonstigen Straftaten an Schulen in Nordrhein-Westfalen – vollständige Aufklärung über Ausmaß, Täterstrukturen und Schutzmaßnahmen der Landesregierung

29. Januar 2026

Dr. Christian Blex » Landtag » 18. Wahlperiode » Kleine Anfragen » Massiver Anstieg von Einbrüchen, Vandalismus und sonstigen Straftaten an Schulen in Nordrhein-Westfalen – vollständige Aufklärung über Ausmaß, Täterstrukturen und Schutzmaßnahmen der Landesregierung

Dr. Christian Blex » Landtag » 18. Wahlperiode » Kleine Anfragen » Massiver Anstieg von Einbrüchen, Vandalismus und sonstigen Straftaten an Schulen in Nordrhein-Westfalen – vollständige Aufklärung über Ausmaß, Täterstrukturen und Schutzmaßnahmen der Landesregierung

Massiver Anstieg von Einbrüchen, Vandalismus und sonstigen Straftaten an Schulen in Nordrhein-Westfalen – vollständige Aufklärung über Ausmaß, Täterstrukturen und Schutzmaßnahmen der Landesregierung

29. Januar 2026

Schulen müssen sichere Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche ungestört lernen können. In Nordrhein-Westfalen weisen jedoch aktuelle polizeiliche Statistiken und zahlreiche Medienberichte darauf hin, dass Schulgebäude zunehmend Ziel von Einbrüchen, Sachbeschädigungen und anderen Straftaten werden. Diese Entwicklung führt zu erheblichen finanziellen Schäden, erhöhtem organisatorischem Aufwand für Kommunen sowie einer spürbaren Verunsicherung von Schülern, Eltern und Lehrern.

Die Landesregierung bestätigte in der Antwort auf die Kleine Anfrage 18/5989, dass im Jahr 2022 insgesamt 24.513 Straftaten mit der Tatörtlichkeit „Schule“ registriert wurden. Verschiedene Medienberichte, die sich auf polizeiliche Auskünfte stützen, sprechen darüber hinaus für 2023 von einem weiteren Anstieg der polizeilich bekannten Delikte an Schulen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 28. August 2024 stieg insbesondere die Zahl der Einbrüche in Schulen deutlich an – laut Landeskriminalamt NRW auf landesweit 851 Fälle im Jahr 2023, nach 756 Einbrüchen im Jahr 2022 (Süddeutsche Zeitung „Mehr Einbrüche in Schulen in NRW“, 28.08.2024). Die Schadenssumme dieser Einbruchsdelikte beziffert der Bericht auf über 1,2 Millionen Euro für das Jahr 2023; im Jahr 2019 lagen die Schäden noch bei rund 725.000 Euro (ebd.). Diese Angaben unterstreichen eine deutliche strukturelle Gefährdung schulischer Infrastruktur.

Besonders deutlich zeigt sich die Dringlichkeit bei einem Ereignis in Bonn vor kurzer Zeit: Am 23. November 2025 kam es im Schulzentrum Hardtberg zu einem schweren Vorfall. Laut einer Pressemeldung der Feuerwehr Bonn und Medienberichten drangen Täter in das Gebäude ein und lösten anschließend einen Brand aus, der zu erheblichen Rauch- und Rußschäden führte. Teile der Schule mussten gesperrt werden, der Unterricht fiel am Folgetag aus (WDR: Schule in Bonn Hardtberg nach Brand über Wochen teils geschlossen.) Die Stadt Bonn prüft nun den Einsatz eines Sicherheitsdienstes und zusätzliche technische Sicherungsmaßnahmen, etwa eine Einbruchmeldeanlage (Radio Bonn/Rhein-Sieg, 26.11.2025). Dieser Fall verdeutlicht die wachsende Verwundbarkeit schulischer Infrastruktur in NRW.

Trotz dieser Entwicklungen existiert bis heute kein regelmäßiges, öffentlich zugängliches Lagebild der Landesregierung zur Schulkriminalität, das Deliktsarten, Tätergruppen, regionale Schwerpunkte und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen systematisch abbildet. Die verfügbare Datenlage ergibt sich überwiegend aus Einzelanfragen oder verstreuten kommunalen Rückmeldungen. Aus Sicht der Opposition ist dieses Informationsdefizit angesichts der sicherheitsrelevanten Bedeutung von Schulen nicht akzeptabel.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

  1. Wie viele Straftaten mit der Tatörtlichkeit „Schule“ wurden in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2022, 2023 und 2024 jeweils registriert? (Bitte tabellarisch aufschlüsseln nach Deliktsgruppen: Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Sachbeschädigung/Vandalismus, Körperverletzung, Raub, Bedrohung, Brandstiftung sowie weitere relevante Delikte.)
  2. Welche Schadenssummen sind durch Einbrüche, Vandalismus und sonstige Sachbeschädigungen an Schulen in den Jahren 2022, 2023 und 2024 entstanden? (Bitte tabellarisch aufschlüsseln nach kreisfreien Städten und Kreisen; für 2024 den aktuellen Stand angeben.)
  3. Wie viele tatverdächtige Personen wurden in den Jahren 2023 und 2024 im Zusammenhang mit Straftaten an Schulen den folgenden Altersgruppen zugeordnet: unter 14 Jahre; 14 bis unter 18 Jahre; 18 bis unter 21 Jahre; 21 Jahre und älter? (Bitte jeweils gesondert ausweisen, wie viele Erst- bzw. Mehrfachbelastete darunter waren.)
  4. Welche konkreten Maßnahmen baulicher, technischer oder präventiver Art hat die Landesregierung seit 2022 ergriffen, gefördert oder neu aufgelegt, um die Sicherheit von Schulgebäuden und Schulgeländen zu erhöhen? (Bitte tabellarisch auflisten mit Maßnahme, zuständiger Behörde/Stelle, Zeitraum, Anzahl betroffener Schulen und bereitgestellten Landesmitteln.)
  5. Beabsichtigt die Landesregierung künftig ein regelmäßiges, öffentlich zugängliches Berichtsformat zur Entwicklung der Schulkriminalität in Nordrhein-Westfalen einzuführen? (Bitte angeben, ab wann und in welcher Form; falls nicht beabsichtigt, bitte Begründung.)

Dr. Christian Blex


Kleine Anfrage 6959 (Drucksache 18/17288)

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