Der kürzlich veröffentlichte IQB-Bildungstrend für das Jahr 2024 bestätigt die Vermutung eines weiter anhaltenden Bildungsverfalls in Deutschland. Nordrhein-Westfalen schneidet erneut besonders schlecht ab. Schüler weisen große Defizite in den naturwissenschaftlichen Fächern auf. Besonders interessant sind die möglichen regionalen Zusammenhänge von Bildungsergebnissen und dem sogenannten Zuwanderungshintergrund der Schüler, der ebenfalls erfasst wurde. Offenbar sind insbesondere Familien mit einem Migrationshintergrund in erster Generation betroffen. Kinder, deren Eltern im Ausland geboren sind, schneiden oft am schlechtesten ab.

Die weiter anhaltende Heterogenisierung und die steigende Zahl nichtdeutschsprachiger Schüler und jener mit unzureichenden Deutschfähigkeiten belasten das Schulsystem immens und erschweren Lernerfolge für sämtliche Schüler. Eine Verbesserung der Lage scheint nicht in Aussicht zu sein. Ministerin Dorothee Feller ist jedoch der Ansicht, dass die bisherigen Maßnahmen zur Stärkung der Schulen zu einer Trendumkehr führen werden. Die seit Jahren fallenden Ergebnisse lassen allerdings eher das Gegenteil vermuten.

Die auf Nordrhein-Westfalen zukommenden Rückkopplungseffekte hinsichtlich der zukünftigen Lehrerausbildung, die weiteren Schaden durch sinkende Schul- und damit Universitätsleistungen erleiden wird, drohen die bereits vorherrschende Bildungskrise noch weiter zu verschlimmern.

Unter diesen Gesichtspunkten frage ich die Landesregierung:

  1. Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung gegen migrationsbedingte Bildungsdisparitäten?
  2. Welche konkreten Maßnahmen folgen auf die neuen Erkenntnisse der IQB-Studie?
  3. Welche Ursachen identifiziert die Landesregierung für den anhaltenden Bildungsverfall? (Bitte nach Priorisierung sortiert angeben.)
  4. Wie viele Schüler in Nordrhein-Westfalen sind derzeit gefährdet, keinen Schulabschluss zu erreichen?
  5. Welche neue Maßnahmen ergreift die Landesregierung nun, um mangelhafte Deutschfähigkeiten migrantischer Schüler zu verbessern?

Dr. Christian Blex


Kleine Anfrage 6641 (Drucksache 18/16183)

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